Aktueller Band GWiK

Lesejahr B

Gottes Wort im Kirchenjahr 1/2021

Auf ein Wort unter uns


Liebe Mitbrüder,


liebe Haupt- und Ehrenamtliche in Liturgie und Verkündigung!


Während wir an diesen Band von GOTTESWORT IM KIRCHENJAHR arbeiten, bestimmt Corona oder besser gesagt, der richtige und der falsche Umgang mit der Pandemie die Medienlandschaft.

Während einige Bürgerinnen und Bürger die getroffenen Maßnahmen der Behörden gutheißen oder noch strengere einfordern, lehnen andere sie ab. Manche plagen berechtigte Existenzängste, weil sie von Kurzarbeit betroffen sind oder Schutzmaßnahmen die selbstständige Tätigkeit erschweren. Andere wiederum betrachten die Krise als großen Bluff, als unangemessene Einschränkung ihres Alltags, als Gefährdung unserer Freiheit oder gar als Teil einer bösartigen Weltverschwörung.

Eine Unsicherheit im Umgang mit der Pandemie und eine Vielzahl unterschiedlicher Auffassungen und Herangehensweisen zeigt sich auch im kirchlichen Leben. Einige Gläubige fühlen sich alleingelassen, vermissen große und feierliche Gottesdienste und haben kein Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Andere wiederum sind froh, dass strenge Schutzmaßnahmen getroffen werden und die Kirche ihren Teil dazu beiträgt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Da ich selbst nicht in der Pfarrseelsorge tätig bin, habe ich sehr oft die Gelegenheit, in unterschiedlichen Gemeinden Gottesdienste feiern zu dürfen. nach einem dieser Gottesdienste haben wir uns in einer kleinen Gruppe, natürlich mit Alltagsmasken und ausreichend Abstand, über die Krise unterhalten. Jemand meinte, es würde ihn stören, dass viele andere für ihre Interessen auf die Straße gingen und gegen zu strenge Corona-Regeln protestieren würden. Genau das würde ihm bei der Kirche fehlen. Mir scheint eine Aussage der deutschen Bischöfe anlässlich der Corona-Kollekte dazu die richtige Antwort zu geben: „Als Kirche sind wir auch betroffen: Ein reges Gemeindeleben ist kaum möglich und die Gottesdienste können nur eingeschränkt gefeiert werden. Das alles besorgt uns sehr. Wir nehmen Teil an den nöten und Ängsten, die die Corona-Pandemie auslöst, und tragen mit unseren Möglichkeiten dazu bei, die Krise zu bewältigen.“

Als Werkbuch für den liturgischen und homiletischen Gebrauch beschäftigt uns die Pandemie und ihre Auswirkungen auf das kirchliche Leben natürlich auch. Die Leitartikel in diesem Jahrgang werden sich der Thematik widmen und versuchen sie unter verschiedenen Aspekten zu betrachten. Den Anfang macht ein Beitrag von Thomas Hieke, Professor für Altes Testament am FB 01, Katholisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er geht unter dem Titel „Theologie und Corona-Krise“ einigen drängenden Fragen nach. Etwa, ob Gott Schuld an Corona ist oder was uns die Krise lehren soll. Seinen Beitrag finden Sie auf den folgenden Seiten. Ich darf ihn Ihnen herzlich empfehlen.

natürlich hat das Thema Corona auch teilweise die Predigten beeinflusst. Bei den Vorlagen für Gottesdienste haben wir uns an unsere normalen Standards gehalten und zum Beispiel auch Liedvorschläge gemacht, obwohl momentan das Singen in vielen Kirchen noch verboten ist. Angesichts der vielen unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen, die im Verbreitungsgebiet von GWiK gerade herrschen, war uns eine einheitliche und für alle gültige Gestaltung der Vorlagen nicht möglich. Auch die Tatsache, dass noch nicht klar ist, welche genauen Bestimmungen Anfang 2021 gelten, haben uns dazu veranlasst, alles so zu belassen, wie es immer ist.

Welche unserer Ideen und Anregungen Sie nutzen, bleibt wie immer Ihre Wahl. nur Sie kennen die Bedürfnisse Ihrer Gemeinde und nur Sie wissen, welche Regeln und Bestimmungen in Ihren Kirchen einzuhalten sind. Ich wünsche Ihnen und Ihren Gemeinden Gesundheit und Mut, Kreativität und Gottvertrauen und hoffe, dass Sie alle die Pandemie und die damit verbundenen Herausforderungen gut bewältigen.


Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen

Ihr P. Christoph Heinemann OMI


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