Aktueller Band GWiK

Lesejahr A

Gottes Wort im Kirchenjahr 2/2026


Liebe Mitbrüder,

liebe Haupt- und Ehrenamtliche in Liturgie und Verkündigung!

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“
– dieses Sprichwort, das oft (und wohl irrtümlicherweise) dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird, besagt, dass wir Begeisterung, Freude und Leben nur dann an andere wei­terzugeben vermögen, wenn wir selbst davon erfüllt sind.

Das gilt für viele Bereiche des Lebens und sicherlich auch für unseren Dienst an der Liturgie und an der Verkündigung des Wortes Gottes. Die Teilnehmer an einem Gottesdienst merken schnell, ob ich als Vorsteher oder Leiter desselben Freude am gottesdienstlichen Geschehen haben und mir die Feier der Liturgie ein Herzensanliegen ist oder nicht. Das gilt genauso für die Predigt. Je mehr ich selbst innerlich vom Wort Gottes ergriffen und begeistert bin, desto leichter wird es mir fallen, die Herzen meiner Zuhörer zu erreichen. Von unserem Or­densgründer, dem heiligen Eugen von Mazenod, wird gesagt, dass er herzlich predigen konnte, dass seine Worte von Herzen kamen und deshalb die Herzen seiner Zuhörer direkt ansprachen.

Ein anderes Wort, das ich in meiner Predigtausbildung gehört habe, geht in eine ähnliche Richtung. Predigen heißt: Contemplata aliis tradere – den anderen das vermitteln, was ich mir selbst durch Betrachtung angeeignet habe. Der „Funke“ wird bei der Predigt umso leichter überspringen können, je mehr ich mir vorher das Wort Gottes zu eigen gemacht habe, es mir „einverleibt“, es mir zu Herzen genommen habe. Das geschieht durch eifriges Studium, durch meditative Be­trachtung, durch den Austausch mit anderen und auch dadurch, dass ich es „durchbete“. Im Leitartikel dieses Bandes wird geschildert, wie im Priesterse­minar der Erzdiözese Berlin versucht wird, genau das mit den zukünftigen Pries­tern einzuüben.

Die Fastenzeit kann eine günstige Gelegenheit sein, die Begeisterung für das Wort Gottes und für den Gottesdienst neu zu entdecken, wiederzuentdecken oder auch zu vertiefen. Sie kann eine „Zeit der Gnade“ sein, um das Feuer in all denen neu zu entfachen, die im Dienst an Liturgie und Verkündigung stehen, so­dass sie es auch in anderen entzünden können. In diesem Sinn wünsche ich uns allen eine gesegnete und gnadenreiche Fasten- und Osterzeit!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr P. Sebastian Büning OMI

 
 
 
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