Aktuelles Heft Lebendige Seelsorge

Transfomation

Gegenwärtig ist viel von Transformation die Rede. Aus den Bereichen der Naturwissenschaften und den Sozialwissenschaften ist der Begriff bekannt und er findet sich inzwischen auch im Vokabular der christlichen Kirchen. Dies vor allem dann, wenn es um Kirchenentwicklung und die damit einhergehenden strukturellen/organisationalen Veränderungen geht. Das aktuelle Themenheft will aus interdisziplinärer Perspektive auf Transformationen schauen, Zusammenhänge ausloten und diskutieren.







Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Zeilen schreibe ich nach der 3. Versammlung des Synodalen Weges in Frankfurt, der bundesweiten Aktion #OutInChurch, einem offenen Brief von elf Generalvikaren an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz,

in dem sie sich für die vollständige Rechtssicherheit kirchlicher Mitarbeiter:innen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und ihrem privaten Beziehungsstatus einsetzen, und während der dramatischen Kriegssituation in der Ukraine.

Was erleben wir da gerade: Transformation „by design or by disaster“ (Harald Welzer)? Die Welt – auch die kirchliche Welt – steht Kopf. Muster werden aufgebrochen, Utopien werden entlarvt. Diese wenigen Aspekte zeigen schon, dass Transformation keine Standardaufgabe ist und sich ihr niemand entziehen kann.

In diese Zusammenhänge hinein erscheint die Lebendige Seelsorge mit dem Themenschwerpunkt Transformation: Lisanne Teuchert fragt, ob Transformation das Projekt Gottes mit der Welt ist, Michael Schüßler analysiert Dynamiken pastoraler Musterunterbrechungen und Doris Reisinger geht auf spezifische Dynamiken zwischen spirituellen und institutionellen Wandlungsprozessen ein. Ulrike Rose beschreibt, welche wechselseitigen Chancen sich für Ordensgemeinschaften und einen Sozialraum im Zusammenhang mit der Umnutzung von Klostergebäuden ergeben können. Im Interview kommt mit Isabell Huschka eine Expertin zu Wort, die Profit- und Non-Profit-Unternehmen durch Transformationsprozesse navigiert. Im Praxisteil lenkt Tobias Faix den Blick auf die Fragestellung, was Transformation mit Glaubenspraxis zu tun hat, und Albert Gerhards veranschaulicht, dass der christliche Sakralbau bis in die Gegenwart ein Ort von Transformation war/ist. Nachhaltigkeit ist der Fokus von Gerhard Kruip. Er zeigt auf, dass diese eine radikale Transformation in allen Bereichen verlangt. Dass gesellschaftliche Transformationen für Jugendliche zu einer besonderen Herausforderung werden können, arbeitet Bettina Brandstetter aus und um ‚Wandlung‘ geht es im Beitrag von Alexander Zerfaß. Simon Rüffin beleuchtet den Zusammenhang von Transformation und katholischer Diaspora. Bernd Mönkebüscher reflektiert Reaktionen auf die Aktion #OutInChurch und macht deutlich, dass es mehr als einen offenen Brief von elf Generalvikaren braucht, um eine ehrliche Kirche zu werden.

Das Heft spannt wie gewohnt einen weiten thematischen Bogen und regt hoffentlich zum Nachdenken an.

Ich wünsche es Ihnen und uns.

Prof.in Dr. Hildegard Wustmans


 
 
 
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