Aktuelles Heft Lebendige Seelsorge

Seelsorge

Mit der Seelsorge ist es wie mit einem Pizzateig: Man braucht nur wenige, einfache Zutaten – Mehl, Hefe und Wasser hier, Zeit und Nähe dort – und doch ist die Zubereitung eine höchst individuelle Kunst. Eine große Zahl von Menschen übt sich Tag für Tag in dieser Kunst, viele haben sie sogar zum Beruf erkoren. Gerade weil sie in der Kirche so angenehm selbstverständlich daherkommt, lohnt der vertiefte Blick in der aktuellen Ausgabe der Lebendigen Seelsorge: Wie lässt sich Seelsorge zeitgenössisch verstehen? Wo zeigt sie sich – und welche praktischen Perspektiven gibt es: ökumenisch, literarisch und in großen Pfarreien?







Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade komme ich von der neuen Bäckerei bei uns im Ort. Das Geschäft, das erst vor einem halben Jahr eröffnet wurde, ist weder ein Backshop noch die Filiale einer Kette, sondern eine Tagbäckerei. Deren ungeschriebenes Konzept heißt: Zurück zum Wesentlichen, aber ohne Schwermut.
Durchs Schaufenster lässt sich direkt in die Backstube blicken. Dort arbeitet der Bäckermeister mit seinem Team. Ein junger Mann, der sein Handwerk unter anderem in Regensburg, Köln und auf Sylt gelernt hat. Sosehr Brot ihn fasziniert, sowenig konnte er sich mit den üblichen Arbeitszeiten anfreunden. Jetzt fängt er morgens erst um sechs Uhr an, um 14:30 Uhr ist dann Feierabend; sonntags und montags ist geschlossen. Das ist nicht nur angenehm für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch der Teig kommt so zu einer längeren Ruhezeit. Hier wird nichts vorgefertigt und eingefroren. Alles entsteht ohne Backtriebmittel mit Sauerteig – und das schmeckt man am Ende im Brot.

Ich finde, dass wir uns vom Konzept der Tagbäckerei eine Scheibe abschneiden können, wenn wir über Seelsorge nachdenken. Auch sie braucht den Mut zu Originalität statt den Rückgriff auf Vorgefertigtes. Sie braucht Personen, die ihren Rahmen so stecken, dass sie selbst gut arbeiten können. Und sie braucht wenige, aber hochwertige Zutaten. Allem voran Zeit und Nähe, wie es Christian Mario Hess im Interview dieser Ausgabe auf den Punkt gebracht hat. Was gute Seelsorge sonst noch auszeichnet, diskutieren Elmar Honemann und Kerstin Lammer in der Kontroverse. Carolin Neuber verrät, was die Rede von der ‚Seele‘ gewinnt, wenn sie mit den Augen des Alten Testaments betrachtet wird. Und in den Praxisbeiträgen berichten unsere Autorinnen und Autoren von Menschen, Orten und Kulturen, von denen sich heute etwas für eine Seelsorge lernen lässt, die diesen Namen auch verdient.

Eine genussvolle Lektüre wünscht Ihnen

Ihr

Prof. Dr. Bernhard Spielberg


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Inhaltsverzeichnis

Neuber, Lobe den Herrn meine Seele.pdf

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