zentriert verrückt

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Dreißig lyrisch-biographische Heiligenporträts

Mit einem Heiligenschein wird niemand geboren. Auch die Heiligen waren „normale Menschen“, nicht fehlerlos.
Wodurch aber stachen sie hervor?

Ein Blick auf deren Lebensläufe lässt bei allen Unterschieden eines als roten Faden erkennen: die Tendenz zu unerwartbarem, also „verrücktem“ Handeln. Dem lag zugrunde, dass „etwas“ in ihr Leben eingebrochen war, groß und stark genug, um die bisherigen Maßstäbe ihres Handelns zu „ver-rücken“ – in christlicher Terminologie: Gott.
Diesem Zusammenhang spürt Johannes Wais nach, indem er 15 Frauen und 15 Männer aus dem katholischen Heiligenkalender jeweils mit einem kurzen biographischen „Streiflicht“ und einem poetischen Text porträtiert. Und so, wie diese „verrückten“ Lebensgeschichten fast immer Unverständnis, ratloses Staunen und tiefe Bewunderung hervorriefen, sind sie vielleicht auch geeignet, scheinbar unverrückbare Maßstäbe unserer Zeit zurechtzurücken.

72 Seiten
12 x 20 cm, gebunden
€ 14,90 (D) / 15,40 (A)
ISBN 978-3-429-06830-1

1. Auflage 2025

Wais, Johannes

Johannes Waisgeboren 1978 in Wien, ist katholischer Theologe und Religionspädagoge. Seit 2006 unterrichtet er am Wiener Albertus-Magnus-Gymnasium der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Er ist Autor mehrerer Sachpublikationen, seine besondere Leidenschaft aber gilt dem lyrischen Schreiben.

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Bisherige Bewertungen

geschrieben am 21.01.2026 von , bewertet mit 5/5 Sternen Äußerst behutsam fasst der Autor die Menschen aus Fleisch und Blut an - in kurzen biographischen Streiflichtern holt er je 15 Frauen und Männer aus dem katholischen Heiligenkalender ans Licht. Diese Kurzporträts wären so neu nicht, ließe der Autor nicht poetische Texte folgen, die, einer wie der andere, die klassischen Heiligenporträts zurechtrücken, verkrustete Überlieferungen aufbrechen und damit den Blick freigeben auf einen Maßstab dahinter, der unsere praktizierten Interpretations- und Lebensmaßstäbe ins Wanken bringt. Damit leistet Johannes Wais einen wichtigen Beitrag dazu, ähnlich wie es für die Bibel immer wieder nötig ist, die Heiligenlegenden nicht bloß als fromme Erzählungen zu tradieren, sondern sie in ein Licht zu rücken, das für die äußeren Augen unsichtbar ist ... Wenn für die Kunst gilt, was Paul Klee formuliert hat, dass sie nicht Sichtbares widergibt, sondern sichtbar macht, dann trifft diese Aussage auch zu auf die Sprachkunst von Johannes Wais. Mögen noch viele Heiligenporträts von ihm unter die Lupe genommen werden es würde diese Menschen würdigen und zugleich unsere inneren Augen schärfen für den Blick auf das Herz der Welt, das unsichtbare Zentrum.

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