Warten auf G.

Warten auf G.
Warten auf G.

Bekenntnisse eines Suchenden

Was geschieht, wenn ich meinem Zweifel nachgebe und den Gedanken zulasse, dass es Gott nicht gibt?

Wunibald Müller traf diese Entscheidung während eines Aufenthaltes in einem Kloster nahe dem See Genezareth. Es war für ihn zunächst sehr schwer, das auszuhalten und nicht gleich in alte Glaubens-Muster zurückzufallen. Einfach nur zu warten, ohne genau zu wissen, worauf. „Und dann geschah so vieles, Überraschendes, Spannendes, Aufwühlendes. Die Zeit des Wartens kam zu ihrem Ende, als ich mit Herz-OP und ‚Dunkle-Nacht-Erfahrung’ immer tiefer, ins Bodenlose, fiel, um nach einer Phase totaler Finsternis in einem leisen Erahnen – von was, von G.? – einem neuen Morgen entgegengehen zu können.“
Mit seinen „Bekenntnissen“ lässt er die Leserinnen und Leser teilhaben an seiner Suche und Auseinandersetzung und sie so auch mit ihren eigenen Erfahrungen von Zweifel, Leere und Neuanfang in Kontakt kommen.

Autor:
Wunibald Müller, Dr. theol., geb. 1950, Theologe, Psychologe, Psychotherapeut. Er war Mitbegründer und von 1991 bis April 2016 Leiter des Recollectio-Hauses in der Abtei Münsterschwarzach. Autor zahlreicher Publikationen und gefragter Referent; er lebt in Würzburg.

208 Seiten
13,5 x 21 cm. Broschur
€ 16,90 (D) / € 17,40 (A)
ISBN 978-3-429-05423-6

1. Auflage 2019


Morgenandachten auf NDR Info (5.55 Uhr) und NDR-Kultur (7.45 Uhr)
vom 04. – 09. Mai 2020
Andreas Brauns, Theologe in Hildesheim, Freitag, 8. Mai 2020:

Gott? Ist das Gott oder kann das weg? Diese Frage beschäftigt Wunibald Müller, der viele Jahre tätig war als Theologe, Psychologe und Psychotherapeut. Ist das Gott oder kann das weg? Ja, muss das vielleicht sogar weg, damit der Weg zu Gott frei wird? Frei von all dem Ballast, den die Kirchen angehäuft haben, hinter dem sie den Zugang zu Gott verbergen. Was erzählen die Kirchen nicht alles von Gott? Doch all das entzündet nichts in den Menschen, es findet keinen Widerhall. Es bleiben Worte. Dazu gibt es Riten und Zeremonien - doch wofür sollen die gut sein? Das fragt Wunibald Müller in seinem Buch „Warten auf G. – Bekenntnisse eines Suchenden“. Alles theologische Denken, das Streiten und Ringen um die Wahrheit hat nur wenig Bedeutung, wenn es eigentlich darum geht, die Kraft, die manche Gott nennen, zu erfahren. Und so fordert der Theologe: „Ich finde, man sollte … sich hinterfragen lassen, ob man vielleicht tatsächlich an jemandem festhält, den es gar nicht gibt. Man um Gott tanzt wie um ein goldenes Kalb, das man für sich selbst geschaffen hat. Man bedeutungsschwer vom Unsagbaren, dem ganz Anderen spricht, um die eigene Unsicherheit und Verlegenheit zu überbrücken, dass da mitunter wirklich schlicht und ergreifend nichts ist.“ Jedenfalls nicht das, was man sich selbst zurechtgezimmert hat. Nein, das kann weg, denn das ist nicht Gott. Das ist nur Gehabe und angebliches Wissen über einen Gott, mit dem eigene Positionen verteidigt werden. Doch keine Kirche ist die Sprecherin Gottes. Keine Kirche verfügt über ihn. Kirchen bieten mir allenfalls die Möglichkeit, meine Beziehung zu ihm zu gestalten. Mich immer wieder aufmerksam zu machen auf Jesus, auf seine unbequemen Worte und sein Tun. Jesus hat Gottes Menschenfreundlichkeit gelebt. Und wenn es Menschen heute gelingt, auf dieser Spur Jesu zu bleiben, kann Gottes Nähe erfahren werden. Nicht in fremden Ritualen, sondern in menschlichem Tun, das denen dient, die angewiesen sind auf Hilfe. „Keiner glaubt an Gott, weil er seine Existenz bewiesen könnte, sondern weil Gottes Wirklichkeit in ihm geschehen ist“. Das ist ein Gedanke von Reinhold Schneider, mit dem deutlich wird: Ich bin Teil eines Größeren. Da ist ein Gott, der wirkt. Aber ganz anders als ich es mir aus so mancher Tradition heraus vorstellen kann. Nein, das kann alles weg, denn das ist nicht Gott. Es verhindert manchmal sogar Menschen für Gott zu sensibilisieren.



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