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Über Schwellen und Grenzen hinweg

Eine Analyse alttestamentlicher Narrationen ausgehend von 2 Könige 4,8–37
„Grenze“ ist ein inflationär gebrauchter Begriff. Angesichts von Debatten über Zuwanderung gewinnt er an Popularität. Wissenschaftliche Definitionsversuche belegen die Mehrdeutigkeit des Begriffes und zeigen, wie schwer es ist, sich dem Phänomen zu nähern. Eine grenzsensible Lesung, welche die Studie wagt, steht im Horizont aktueller Fragen nach dem Raum in alt- und neutestamentlichen Texten. Grenzen wurden und werden auf ihre raumtrennende sowie -ordnende Funktion reduziert. Indem die interdisziplinäre Studie biblisch-exegetische Forschungsergebnisse literaturwissenschaftlichen und raumsoziologischen Ergebnissen gegenüberstellt, entwickelt sie einen innovativen narratologisch-strukturalistischen Ansatz. Ausgangspunkt ist die These Jurij M. Lotmans, dass Grenzübertritte Normbrüche bedeuten. Untersucht werden Gen 18,1–15; 19,1–11; 43,15–25; Ri 19,14–30; 2 Kön 4,8–37; 5,8–19 und Hld 5,2–7.
Die Studie trägt zur Definition und Systematisierung des Grenz- und Schwellenbegriffs bei und macht sie für eine Raumhermeneutik fruchtbar. Theologisch neu ist die Erkenntnis, dass Grenzen und Schwellen der Inszenierung der Ab- und Anwesenheit Gottes in Erzählungen des Alten Testaments dienen.
Reihe: „Erfurter Theologische Studien“, Band 125
ca. 430 Seiten
16,5 x 23 cm. Broschur
ca. € 35,00 (D) / € 36,00 (A)
ISBN 978-3-429-06881-3
Erscheinungstermin: März 2026
Aßmann, Cornelia
Dr., ist Lehrbeauftragte für das Fach Altes Testament an der Universität Erfurt und Dozentin am Deutschen Erwachsenenbildungswerk (Chemnitz). Sie habilitierte im Fach Exegese und Theologie des Alten Testaments. Zusätzlich ist sie ausgebildete Mediatorin.