Gott kommt zur Sprache

Gott kommt zur Sprache
Gott kommt zur Sprache

Reflexionen zu Theologie und Kommunikation

Zeitgenössischen Theologie steht vor eminenten Herausforderungen und ambitionierte Entwürfe sind gefragt. Die vorliegende Untersuchung von Ottmar Meuffels sucht hier einen Fachgrenzen überschreitenden Dialog, um eine trinitarisch geprägte Theologie ins Gespräch mit Philosophie, Soziologie und Linguistik zu bringen.
Das Ziel dieser Theologie es, allgemein zuglängliche Sprachfunktionen der Menschen aus einer spezifischen Glaubensperspektive zu interpretieren. Deshalb legt der Band das Augenmerk auf die modernen Verständnisse von Sprache, die sich anhand der Themen Pluralität und Partizipation explizit anschlussfähig zeigen für theologische Reformulierungen des trinitarischen Gottesverständnisses in Bedeutsamkeit für sozial-kritische Kommunikationsformen.

Die vorliegende Untersuchung bezieht ihre Analysen ausdrücklich auf eine Wahrnehmung der differenzierten Gesellschaften der Spätmoderne, deren säkulares Prägemal es nicht mehr zulässt, das Thema „Gott“ unproblematisch einfach zur Sprache zu bringen. Stattdessen wird die kommunikative Kraft der Sprache mit ihren innovativen Ausdrucksmöglichkeiten in den Fokus genommen (Gesprächspartner sind z.B.: L. Wittgenstein, É. Benveniste, G. Agamben, C. Taylor). Die theologische Autorität der Sprache, ihre Aussagekraft und der damit verbundene Wahrheitsanspruch wird dann konstitutiv in der jüdisch-christlichen Tradition freigelegt, nach deren Glaubensüberzeugung Gott als der Schöpfer immer schon kommunikativ agiert hat (Gen 1,1ff) und der göttliche Logos im Zentrum der Heilsgeschichte Mensch geworden ist (Joh 1,1.14). Diese Narrative des Glaubens eröffnen den Menschen von heute neue Kommunikationsmöglichkeiten, sowohl formal als auch inhaltlich. Über die Entfaltung des spezifischen christlich-trinitarischen Horizonts wird unmittelbar auch ein verändert-differenzierter Sprachraum erschlossen, den die Leitforderungen von Gerechtigkeit, Anerkennung, Hoffnung und Lieben kennzeichnen. So wird es möglich, ganz neu von Gott zu sprechen; jenem Gott, der immer schon in die Sprache eingebrochen ist.
Otmar Meuffels, emeritierter Professor für Dogmatik (Würzburg), bietet systematisch-theologische Überlegungen zu einer zeitgenössischen Kommunikation von Gott und Mensch und tritt dabei mit wichtigen Autoren der Gegenwart wie B. Latour, A. Reckwitz, H. Rosa, J.-L. Marion in eine ebenso spannungsreiche wie fruchtbare Auseinandersetzung ein.


Ca. 414 Seiten
14 x 22,5 cm. Broschur
ca. € 39,90 (D) / € 41,10 (A)
ISBN 978-3-429-05804-3

Erscheinungstermin: Juli 2022

Meuffels, Otmar

Otmar Meuffels, Dr. theol., geboren 1957, Priesterweihe in 1984; von 1996 bis 2018 Professor für Dogmatik an der Universität Würzburg. 

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